- Der Freistellungsauftrag 2026 beträgt 1.000 € – nutze ihn vollständig, sonst verlierst du Geld.
- Einfaches Vorgehen: Freistellungsauftrag bei jedem Broker einrichten, bei mehreren Brokern aufteilen.
- Steuerersparnis durch Teilfreistellung und Pauschalbesteuerung von Dividenden und Kursgewinnen.
- Rechenbeispiel: 5 % Rendite bei 10.000 € Depot, 1.000 € Freistellung spart ca. 150 € Steuern.
- Tipps, wie du den Auftrag im Jahreswechsel prüfst und Fehler vermeidest.
Intro/Problemstellung
Ich habe lange übersehen, dass ich jedes Jahr 1.000 € steuerfrei anlegen kann – und das hat mich jährlich ein paar hundert Euro gekostet. Der Freistellungsauftrag ist kein Hexenwerk, doch viele Privatanleger setzen ihn nicht richtig ein. Gerade jetzt, wo der EZB-Leitzins bei 2,5‑3,5 % liegt und die meisten ETFs in Deutschland mit Abgeltungssteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer belastet werden, ist es wichtiger denn je, den vollen Freibetrag zu nutzen. In diesem Artikel erkläre ich dir Schritt für Schritt, wie du den Freistellungsauftrag 2026 optimal einrichtest, wie du ihn auf mehrere Broker verteilst und welche Fallstricke du vermeiden solltest. Dabei bleibt das Ganze praxisnah – inklusive Rechenbeispiel, Vergleichstabelle und interner Links zu verwandten Themen wie ETF‑Sparplänen für Einsteiger oder der Core‑Satellite‑Strategie.
Was ist der Freistellungsauftrag und warum er 2026 1.000 € beträgt
Der Freistellungsauftrag ist ein Dokument, das du bei deinem Broker hinterlegst, damit deine Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparer‑Pauschbetrags von 1.000 € pro Person (seit 2023) von der Abgeltungssteuer befreit werden. Für Verheiratete verdoppelt sich der Betrag auf 2.000 €. Der Pauschbetrag gilt für Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus Wertpapiergeschäften. Er wird nicht automatisch berücksichtigt – du musst ihn aktiv beantragen. Das ist wichtig, weil jede nicht freigestellte Erträge sofort mit 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag (und ggf. Kirchensteuer) belastet werden.
Wie du den Freistellungsauftrag bei mehreren Brokern richtig aufteilst
Viele Anleger haben neben Trade Republic auch ein Konto bei Scalable Capital oder der DKB. Du kannst den 1.000 €‑Freistellungsauftrag beliebig aufteilen. Wichtig ist, dass die Summe aller Aufträge den Pauschbetrag nicht überschreitet – sonst wird der überschüssige Teil stillschweigend verworfen und du zahlst unnötig Steuern.
| Broker | Freistellungsauftrag | Typische Depotgröße 2026 | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | 400 € | 5.000 € | Einfach im App‑Menu „Steuern“ einstellen |
| Scalable Capital | 300 € | 12.000 € | Im Kunden‑Portal unter „Freistellung“ anpassen |
| DKB | 200 € | 8.000 € | Online‑Formular im Konto‑Dashboard |
| Comdirect | 100 € | 3.000 € | Nur bei Bedarf, sonst spart du Aufwand |
Durch die Aufteilung kannst du sicherstellen, dass in jedem Depot nur die tatsächlich anfallenden Erträge freigestellt werden. Beispiel: Wenn du im Trade‑Republic‑Depot im Jahr nur 150 € Dividenden bekommst, reichen 400 € Freistellung völlig aus und du hast noch 250 € Puffer für das nächste Jahr.
Rechenbeispiel: Wie viel Steuern sparst du wirklich?
Angenommen, du hast ein ETF‑Depot mit 10.000 € und erzielst im Jahr eine Rendite von 5 % (also 500 €). Ohne Freistellungsauftrag würden 500 € zu 25 % Abgeltungssteuer + 5,5 % Soli belastet:
- Steuer: 500 € × 25 % = 125 €
- Solidaritätszuschlag: 125 € × 5,5 % ≈ 6,88 €
- Gesamt: ≈ 131,88 €
Setzt du nun einen Freistellungsauftrag über 1.000 € ein, bleibt das komplette Ergebnis steuerfrei, weil die 500 € unter dem Pauschbetrag liegen. Du sparst also rund 132 € – das entspricht fast 26 % deiner Jahresrendite. Rechnen wir mit höheren Erträgen, z. B. 1.500 €, dann werden nur 500 € besteuert und du sparst immer noch über 100 €.
Praktische Schritte: Freistellungsauftrag 2026 einrichten
1. Bestandsaufnahme: Notiere alle deine Depots (Trade Republic, Scalable, DKB, Comdirect, evtl. neobroker).
2. Erwartete Erträge schätzen: Schau dir den letzten Jahresauszug an – Dividenden, Zinsen, realisierte Kursgewinne.
3. Aufteilung planen: Verteile den Pauschbetrag nach erwarteten Erträgen (siehe Tabelle oben).
4. Online‑Formular ausfüllen: Jeder Broker bietet ein digitales Formular. Bei Trade Republic geht das in wenigen Klicks im Menü „Steuern“.
5. Bestätigung prüfen: Nach dem Absenden bekommst du eine Bestätigung per E‑Mail. Kontrolliere, ob die Summe 1.000 € nicht überschreitet.
6. Jahreswechsel prüfen: Am 31. Dezember solltest du deinen Freistellungsauftrag noch einmal durchgehen – hat sich deine Ertragslage geändert? Dann passe die Aufteilung an.
Ein kleiner Tipp: Wenn du vorhast, im nächsten Jahr größere Einmalanlagen zu tätigen (z. B. Aktienkauf), setze den Freistellungsauftrag erst nach dem Kauf, damit die Kursgewinne nicht unnötig versteuert werden.
Risiken und häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Der Freistellungsauftrag ist kein Freifahrtschein für Steuerhinterziehung – er gilt nur für tatsächlich erzielte Erträge. Häufige Stolperfallen:
- Zu hoher Auftrag: Überschreitet die Summe aller Aufträge 1.000 €, wird der überzählige Teil automatisch verworfen und du verlierst den Steuerfreibetrag.
- Keine Aktualisierung: Wenn du im Laufe des Jahres neue Depots eröffnest, vergisst du, den Auftrag dort zu ergänzen – das kostet dich Steuern.
- Thesaurierende ETFs: Bei thesaurierenden Fonds wird die Wiederanlage automatisch versteuert. Hier lohnt sich ein Blick in die Ausschüttend‑vs‑Thesaurierend‑ETF‑Vergleich – oft ist ein teilfreigestellter Freistellungsauftrag sinnvoll.
- Kirchensteuer: Wenn du kirchensteuerpflichtig bist, erhöht sich die Belastung auf bis zu 28 % inkl. Soli. Der Freistellungsauftrag spart hier genauso viel.
FAQ
Wie oft kann ich den Freistellungsauftrag ändern?
Du kannst ihn jederzeit anpassen – online bei deinem Broker. Änderungen werden meist sofort wirksam.
Was passiert, wenn ich den Pauschbetrag nicht vollständig nutze?
Der nicht genutzte Teil verfällt am Jahresende. Deshalb solltest du die Aufteilung regelmäßig prüfen.
Gilt der Freistellungsauftrag auch für ausländische ETFs?
Ja, alle Kapitalerträge, egal ob aus deutschen oder ausländischen Fonds, unterliegen der deutschen Abgeltungssteuer und können freigestellt werden.
Muss ich den Freistellungsauftrag bei jedem Broker separat einreichen?
Ja, jeder Broker verwaltet seinen eigenen Auftrag. Du kannst den Gesamtbetrag jedoch beliebig aufteilen.
Wie wirkt sich die Teilfreistellung bei thesaurierenden ETFs aus?
Bei thesaurierenden ETFs wird die Wiederanlage als Ertrag behandelt. Eine Teilfreistellung reduziert die zu zahlende Steuer auf den wiederangelegten Betrag.
Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Juni 2026.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr.
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